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Was ist eigentlich Tribal?

American Tribal Style Dance (ATS), Tribal Fusion und Dark Belly Dance ist für diejenigen unter euch, die mit dem lieblichen Charme des klassischen Orientalischen Tanzes nicht so viel am Hut haben. Stolz, Anmut und Kraft setzen hier die Frau in Szene.

 

1. Norddeutsches Tribaltreffen Mai 2008 (Shannatah, Clarissa, Gysa mit der Spielmannstruppe Comes Vagantes aus Celle)                                                                                Foto: Günter Kiepke

 

Ursprünglicher Tribal (ATS) ist ein improvisierter Gruppentanz, bei dem die Synchronität der Bewegungen durch nonverbale „Cues“ von einer Frau vorgegeben werden (siehe Bild). Es entsteht das Bild einer tiefen Harmonie zwischen den Tänzerinnen. Darauf aufbauend entlehnt der Tribal Fusion Style auch Bewegungen aus anderen Tänzen, wie Flamenco, Khatak, Hip Hop, Breakdance uvm. Den dramatisch-schauspielerischen Charakter leben wir schließlich in einer besonderen Form – entstanden aus dem Tribal Fusion - aus: Dark Belly Dance oder Gothic Tribal.

 

Die Kostüme sind ausdrucksstark, bunt und manchmal archaisch oder düster angehaucht, je nach „Thema“. Die Tänzerinnen eines Tribes (= Stamm) tragen gleichartige Kostüme und haben meist alle irgendein gleiches „Erkennungszeichen“ – das kann bei der Kostümvielfalt zum Beispiel ein Schmuckstück oder eine Gesichtszeichnung (Tattoo) sein.

 

Trotz der Gleichartigkeit gibt es keine Uniformität im Tribe, da jede Frau ihr Kostüm sehr individuell gestaltet. Der Kauf eines fertigen Kostüms oder eine Kopie eines solchen ist verpönt. Im Tribe achten alle Frauen aufeinander und unterstützen die Harmonie durch Toleranz und auch Einordnung. Aber keine Frau wird etwas tun (müssen), das ihr widerstrebt. Dadurch gewinnt der Tanz sehr an Authentizität, und das spürt auch das Publikum.

 

Nicht zuletzt gibt die typische Tribal-Haltung Anlass zum näheren Hingucken: Sind wir im Orientalischen Tanz eher weich und "nachgiebig", hält sich die Tänzerin beim Tribal stolz und gerade, mit starker Körperspannung, den Brustkorb etwas angehoben, wobei sie gerade den Körperteil akzentuiert und isoliert fließen lassen kann, auf den sie die Aufmerksamkeit richten möchte. Typisch sind die "starken" Arme mit weichfließenden Händen, sehr akzentuierte Hüftkicks mit absolut "stehendem" Oberkörper. Durch die vielen Stilrichtungen, die sich zwischenzeitlich entwickelt haben, treffen wir auf spannende Gegensätze, wenn der straffe Tribal-Teil zum Beispiel mit einer burlesken Bewegung oder einer kurzen (gern auch mal) lasziven Sequenz kombiniert wird.

 

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